Was ist SIP?

Die Abkürzung SIP steht für Session Initiation Protocol. Es handelt sich um ein Netzwerkprotokoll, das für den Aufbau, die Steuerung und den Abbau einer Kommunikationssitzung zwischen zwei oder mehr Teilnehmern verantwortlich ist.

SIP wurde von der Internet Engineering Task Force entwickelt. Die Internet Engineering Task Force ist eine Organisation, mit Sitz in Kalifornien, die sich mit der technischen Weiterentwicklung des Internets befasst. SIP kommt häufig in der Internettelefonie zur Anwendung. Nach der Umstellung auf IP-Anschlüsse wird von den meisten Telefonanbieter ein SIP Server bereitgestellt.

Wofür wird SIP verwendet?

Das Netzwerkprotokoll wird häufig für den Aufbau von Sprachverbindungen in der Voice over IP-Telefonie verwendet. Ein Computer benötigt SIP, damit er mit einem anderen Internetnutzer eine Kommunikationsverbindung einrichten und auch steuern kann. Aus diesem Grund kommt das Netzwerkprotokoll häufig bei Sprach- und Videoanrufen zum Einsatz. Hierbei ist SIP jedoch nicht für die eigentliche Sprachübertragung, sondern lediglich für den Aufbau der Gesprächsverbindung zuständig. Das Netzwerkprotokoll ermöglicht eine Verbindung über Firewalls und Network Address Translation Grenzen hinweg.

Welche Funktionsweise liegt SIP zugrunde?

Das Netzwerkprotokoll basiert auf einer klassischen Client-Server-Architektur. Der Client wird dabei auch als User Agent Client (kurz UAC) bezeichnet. Der Server wird hingegen User Agent Server (kurz UAS) genannt. Es kommen noch weitere Komponenten in dem Kommunikationsmodell hinzu. Hierzu können zum Beispiel Redirect Server, Proxy Server oder andere Gateways gehören. Sobald eine Internetverbindung zur Verfügung steht, können Endgeräte über SIP eine Sitzung aufbauen. Das Kommunikationsmodell von SIP funktioniert folgendermaßen:

  • Der UAC fragt den Aufbau der Verbindung an
  • Der UAS vermittelt anschließend die Verbindung zum Ziel
  • Weitere Modelle im SIP-Umfeld handeln die Modalität der Kommunikation aus und vereinbaren diese zwischen den Partnern
  • Die Übertragung der Daten findet über Transportprotokolle statt

Die Adressierung des SIP

Mittels Uniform Resource Identifier (kurz URI) und Domain Name System (kurz DNS) erfolgt die Adressierung für das SIP. Hierbei wird jedem der Teilnehmer des Netzwerkprotokolls eine Adresse zugewiesen. Diese Adresse hat große Ähnlichkeit mit einer E-Mail-Adresse.

Die Schwachstelle von SIP

Die Schwachstelle des einfachen Aufbaus dieses Netzwerkprotokolls hat den Nachteil, dass alle Informationen im Klartext übermittelt werden. Das Mitlesen und Abfangen von Verbindungsinformationen ist hierdurch sehr einfach. Die verschlüsselte Variante Session Initiation Protocol Secure (kurz SIPS) beseitigt diese Schwachstelle. Durch SIPS ist ein geschützter Aufbau einer Verbindung möglich. Secure Real-Time Transport Protocol (kurz SRTP) ermöglicht, dass auch die Gesprächsdaten verschlüsselt sind.

Was ist ein SIP-Server?

Der SIP-Server ist die wichtigste Komponente einer IP-Telefonanlage, die zum Beispiel auch ein vServer erledigen kann. Der SIP-Server bereitet alle SIP-Anrufe im Netzwerk vor und ist für den Aufbau, die Steuerung und die Beendung eines Gesprächs zuständig.

Die Funktionen des SIP-Servers im Überblick

  • Ansetzen der Sitzung zwischen zwei oder mehr Endpunkten
  • Medienparameter aushandeln
  • Parameter während der Session anpassen
  • Ersetzen eines Endpunktes mit einem anderen
  • Beenden der Session